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17. Juli 2017

Fake it until you make it

Sind wir nicht alle irgendwann einmal "Faker"? Menschen also, die vorgeben, etwas zu können oder zu sein, bevor sie es richtig beherrschen oder am Ziel sind? Das zumindest ist die These von Christoph Zulehner in seinem neuen Buch "Make the Fake". Das "Faken", so Zulehner, ist kein Betrug, sondern eine Kulturtechnik. Wir alle lernen sie, wie lesen und schreiben. Und sie erlaubt uns das Überleben im System. Denn in einer Welt der hoch differenzierten Arbeitsteilung vertraut der Markt auf unsere Expertise, ohne sie im Einzelfall zu überprüfen. Paradebeispiel ist der junge Arzt bei seiner ersten OP. Der Patient vertraut dem Arzt, wegen seiner Rolle, seines Kittels, seines Arztdeutschs. Kein Patient möchte wissen, dass er die erste OP des jungen Arztes an sich erlebt. Also ist der Mediziner zum Fake geradezu gezwungen. Doch jeder "Fake" ist temporär. Anders als der Hochstapler möchte der Faker wirklich eines Tages beherrschen, was er zunächst nur vorgibt zu sein. Je mehr wir in einer Welt aus Experten leben und je schneller unser Wissen veraltet, desto mehr sind wir alle gezwungen zu "faken". Ich freue mich, dass ich zur Entstehung dieses provokativen und höchst unterhaltsamen Sachbuchs einen Teil beitragen konnte (gemeinsam mit meinen Kollegen Dorothee Köhler und Gerd König) und wünsche dem Autor den verdienten Erfolg. 

< Ein Satz, der Furore machte