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26. September 2016

Was ist ein „Social Tattoo“?

Tattoos sind schwer in Mode, aber was ist ein „Social Tattoo“? Mit dem Begriff wird ein wachsender Trend zu sozialen Selbstetikettierung bezeichnet. Durch bestimmte Signale demonstrieren Menschen Zugehörigkeit zu einem bestimmten Lebensstil. Wer sich zum Beispiel vegan ernährt, behält das selten für sich. Sondern er will, dass alle es mitbekommen. Die Etikettierung „Veganer“ löst bei den meisten Mitmenschen bestimmte Erwartungen aus. Erscheint der Veganer dann in einer Lederjacke von Armani, herrscht prompt Verwirrung. Natürlich sind soziale Etiketten nicht neu. Es fällt aber auf, dass die Etikettierung früher eher von außen kam. Wir kennen es in unserem Sprachgebrauch, dass jemand „in die Schublade gesteckt“ oder ihm „ein Stempel aufgedrückt“ wird. Zunehmend übernehmen wir die Etikettierung selbst, indem wir uns ein „Social Tattoo“ zulegen. Letztlich basieren alle Etiketten auf Narrativen. Dass vegane Ernährung eher gesünder ist als Fleisch (ich glaube das übrigens auch), ist eine Erzählung, deren Wahrheitsgehalt der wissenschaftliche Laie schwer überprüfen kann. Längst halten Fleischfreunde mit ihrem eigenen Storytelling dagegen: Da sehen wir dann den Urmenschen als Jäger, wie er seine Beute erlegt. Natürlicher geht’s doch kaum, oder? Wir können die eine oder andere Story glauben. Und wir können auch so sehr daran glauben, dass wir unser Leben mit dem Bekenntnis zu einer der beiden „Wahrheiten“ etikettieren.

Ein Satz, der Furore machte >
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